Und schon wieder ist ein Monat dabei ins Land zu ziehen. Ich merke zunehmend, vor allem auch körperlich, die privaten Strapazen, welche mich seit dem letzten Herbst begleiten. Allerdings bremst mich dies kaum aus, denn tief in mir bleibt dieser absolute Drang mit den Engeln voranzukommen.
Jüngst hatte ich das Gefühl, es würde sich rein gar nichts bewegen, weil nur wenige Arbeiten kurz vor der Vollendung stehen und ich nun schon seit Wochen dabei bin. Dies änderte sich in den letzten Tagen schlagartig, denn ich stellte fest, dass ich keine leeren Leinwände mehr im Atelier hatte.
Man muss dazu sagen, dass ich bei Calling The Angels (CTA) wieder an vielen Werken zeitgleich arbeite und ehrlich gesagt, auch nicht immer den völligen Überblick habe und so passiert es, dass ich eben schlagartig super zufrieden sein kann, da ich doch schon richtig viel geschafft habe, was den Raum für eine erste kleine Zwischenbilanz bietet.
Seit langer Zeit bin ich schon auf der Suche nach Ruhe, leider habe ich mir dafür eher den falschen Job ausgesucht, was sich vor allem auf meine journalistische Tätigkeit bezieht, welche ich so sehr liebe. Die Unruhe, welche all die ständigen Bilder einer sich selber zerlegenden Menschheit mit sich bringen, lädt eben nicht immer zur großen Ruhe ein.
Allerdings fand ich es bemerkenswert, was nun passiert, wenn dann auch noch im Privaten, so zu sagen als Bonusrunde, die bekannten Koordinaten weggerissen werden. Wie wird der völlig freie Fall sich wohl anfühlen und vor allem erst der Aufschlag? Noch kann ich keine abschließenden Antworten geben aber vielleicht sagen meine Bilder schon etwas über diesen ganzen Prozess aus.
Kompositionen an der Wand
Da ist dieses Gold, das Gold der Religionen, welches verdreckt ist, Blut überströmt den Untergrund für die neuen postreligiösen Welten schafft. Da ist das Federleichte, gefangen in einem kalten, blauen Block und es vermag sich nicht zu lösen und in das flauschige Nichts zu entschweben. Eine düstere Welt, die nichts Gutes erahnen lässt, die viel Täuschendes zeigt.
Dann ist dort die andere Seite, diese klaren, einfach nur beschützenden Flügel, die dann doch die Kraft und Ruhe ausstrahlen, welche den eben angesprochenen freien Fall so angenehm machen, die Sicherheit geben und dies alles mit sehr viel Strahlkraft und Energie.
So könnten sie aussehen, die Welten der Engel, welche im Moment entstehen. Ich komponiere im Moment noch gerne direkt an der Wand, da ich so sehr schön testen kann, was fertig ist, was einen Sinn ergibt, welche visuellen Melodien für mich stimmig klingen.
In meinem Verständnis sind Werke fertig, wenn ich sie signiert habe und dies könnten bald schon einige werden, denn es gibt nun erste Kompositionen, welche ich schon sehr schlüssig finde, auch wenn an anderer Stelle noch große, lautlose Passagen klaffen.
Dann gilt es auch wieder zu realisieren, dass ich noch immer in der Startphase bin und so noch schön viel Zeit habe und vor allem auch noch unendlich viele Leinwände in diesem Projekt auf mich warten.
Nicht zu vergessen, sei der prüfende Blick, der ständige über meinen Schultern schwebt und dies ganz ohne dabei zu belasten. Es ist eher befreiend, wenn man jemand so eng bei einer solchen Aufgabe dabei hat, der einem ein bisschen den Weg weist. Wo dies alles hinführt, erfährt man natürlich weiterhin hier beim Ü!.












