Gerade erst war ich an der Ostsee und wie das so ist, wenn Engel reisen, hatte ich just in dieser kurzen Zeit optimales Photowetter. So musste es auch sein, denn es ging um nichts Geringeres, als die Motive für meinen Kunstkalender 2013 zu finden, der irgendwann zwischen Spätsommer und Herbst dieses Jahres veröffentlicht werden soll. Die Idee, die ich den Menschen, die meine Kunst mögen, für das nächste Jahr mit auf den Weg geben möchte, war schon länger da, was ich dafür brauchte, fand ich dann auch, wie eine erste Sichtung des an der deutsch-dänischen Grenze entstandenen Materials zeigte. Der Schwerpunkt dieser Arbeiten wird, wie so häufig, wieder einmal das Leben sein. Ein wirklich oft genug ausgebreitetes Thema, mag man meinen aber kann man dieses Thema oft genug beleuchten? Es geht natürlich, wie immer wenn ich solch Themen aufgreife, um viel, viel mehr. Diesmal spielt das Thema Wasser, als das Symbol des Lebens, eine sehr große Rolle, wodurch natürlich klar wird, warum ich für die Aufnahmen an der Ostsee war. Wasser spiegelt, reflektiert, zeigt den Menschen auf den verschiedensten Weisen, um was es geht. Aber was sieht man wirklich, was glaubt man erkennen zu können oder sieht man vielleicht auch im Wasser einmal mehr nur Illusionen? Mich hat das, was mich im großen Getümmel eines Touristenstrands trotzdem direkt erreicht hat, völlig fasziniert und ich hoffe dies in diesem Kunstkalender transportieren zu können.
Die Anziehung des Ekels
Warum zieht so viele Menschen das Ekelhafte an? Warum vermeiden sie es nicht einfach? Ein gutes Beispiel dafür waren die Quallen, mit denen ich mich als Motiv auseinandergesetzt habe. Dies war übrigens schon ein allgemeines Problem, da viele Menschen so `freundlich` waren, diese zum Beispiel raus ins Meer zu schleudern oder ähnliches, bevor ich mit der Kamera überhaupt in die Nähe kam. Es ist doch immer wieder schön, wenn Menschen helfen wollen und das Gegenteil bewirken. Bei all dem Ekel entging den Menschen aber ganz offensichtlich die Anmut dieser Geschöpfe, wie auch die Genialität der Einfachheit. Ein allgemein gesellschaftliches Problem in einer solch vorprogrammierten und schnelllebigen Zeit, wie die, in der wir alle Leben. Dies sind alles Punkte, die ich in meinen Werken zu dem Kunstkalender 2013, der noch unter dem Arbeitstitel `Die Sache mit dem C` läuft, vermitteln möchte. Es sind schlichte, wenn auch schon an sich zum Teil brillante Aufnahmen aus der Ostsee, die dann in der bekannten Art und Weise durch Spiegelungen und Veränderungen der Farbwerte etc. zu ganz eigenständigen Kunstwerken, welche weit über die reine Photographie hinausgeht, umgestaltet werden. Allein durch die angewendete Technik wird es, wie schon im Jahr zuvor, wohl ein wenig in die Richtung Engel bzw. engelhafter Wesen gehen aber doch ein Stückchen weniger in den Bereich des Mythischen und dafür mehr in den Bereich der Natur aber wer weiß, schließlich habe ich das Material gerade erst grob gesichtet und werde erst in den nächsten Tagen und Wochen mit der eigentlichen Arbeit beginnen.

