Schweigen? Niemals!

Nachdem ich zuletzt schon im Mai etwas zum Thema Schweigen geschrieben hatte, wird es nun noch einmal Zeit für etwas persÜnliches in diesem Kontext, denn es tut sich sehr viel in diesen Tagen in Europa. In Frankfurt am Main wurde jüngst erst wieder unter Beweis gestellt, wie sich die Staatsmacht mit kleinen Tricksereien selbst über verfassungsmäßige Rechte der Bürger in Deutschland hinweg setzt. Die Flutkatastrophe, die noch immer so viele Menschen in Atem hält, wird ganz offensichtlich auch dafür genutzt, dem Einsatz des Militärs im Inland zu einer immer größer werdenden Normalität zu verhelfen, was gerade im Bereich der erweiterten Befugnisse der Bundeswehr im Inland, durchaus als erschreckend zu bezeichnen ist. Der Bespitzelungsskandal der Administration von Barack Obama, der vor allem auch Deutschland betrifft, sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Man erkennt schnell, wie lang die Liste hier allein schon ist. Natürlich sieht es anders wo in Europa noch viel schlimmer aus. In der Türkei hat die Polizeigewalt noch einmal ganz andere Qualitäten, wie in Deutschland. In Russland nimmt die staatliche Homophobie immer gravierendere Ausmaße an und in Griechenland zeigt sich täglich deutlicher, dass all die Milliarden, die auch wir alle bezahlen werden, die Menschen auch kein Stück voranbringt. Wenn ich über so etwas auf meiner journalistischen Internetplattform fairschreiben.de berichte und mich dann Kommentare erreichen, die besagen, dass dies doch alles bekannt und unabänderlich sei, finde ich dies beängstigend und in mir kommt die Frage auf, ob es im Nationalsozialismus wohl genauso war und ob es solche Menschen waren, die später behauptet haben, sie hätten von alldem nichts mitbekommen. Noch besteht die Möglichkeit etwas zu tun, für Veränderung zu sorgen. Hinweise, dass es anderswo noch viel schlimmer ist, was unbestritten ist, sind da genauso wenig zielführend, wie Anmerkungen, dass es schon immer so war. Die Masse kann etwas verändern, die Frage ist nur, ob sie dies wirklich will oder man sich lieber weiterhin ablenken und ausbeuten lassen will? Ich für mich weiß, dass Schweigen ein Fehler ist und deshalb werde ich dies auch nicht tun.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter

2 Gedanken zu “Schweigen? Niemals!

  1. Ich finde es schon sehr befremdlich, als jemand, der weit ab von Überflutungsgefährdeten Gebieten wohnt, und NRW zähle ich dazu, den Einsatz der Bundeswehr bei dieser Katastrophe zu kritisieren.

    Die Bürger, die keine 40 KM von hier um ihre Existenzen kämpfen, sind froh, das sie die Soldaten dabei haben und sie werden denen sicher für den Rest ihres Lebens dankbar sein, das sie geholfen haben, zumindest zu versuchen das Eigentum fremder zu retten.

    Aber vielleicht magst Du ja das nächste mal hier hochkommen oder in den Osten gehen und den Flutopfern persönlich helfen, anstatt über den Einsatz der Bundeswehr zu schwadronieren

    • Lieber Marcus, als Rheinländer kennt man sich mit dem Thema Hochwasser übrigens auch sehr gut aus, dies aber nur am Rande. Die Hilfe der Bundeswehr im Hochwassergebiet soll gar nicht kritisiert werden, es geht um den Umgang mit dieser Hilfe, gerade auch im Kontext des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes aus dem letzten Jahr, welches die Befugnisse der Bundeswehr im Inneren massiv erweitert hat und da geht es dann nicht mehr um Sandsäcke. Es ist wichtig einen gewissen Weitblick zu haben, auch in Zeiten der Not.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>