Die Sache mit dem gestohlenen Paradies

Nachdem ich zuletzt vom ersten Teil des aktuellen Ausstellungstitels geschrieben hatte, widme ich mich hier nun der Sache mit dem gestohlenen Paradies. Es wird übrigens gar nicht so düster, wie es vielleicht klingen mag, denn es geht vor allem um eine sehr interessante Erkenntnis, so viel kann ich vorab wohl schon verraten.
Die Paradiese von denen ich spreche, entstehen vor allem auch im Kopf und sind deshalb erst einmal vollkommen unabhängig von irgendwelchem Status, welchem viele Menschen hinterherjagen und darüber fast alles anderen und oft genug auch das wahre Leben vergessen.
Meine Paradiese entstehen, wenn ich von der Traumruine aus in den Himmel schaue und den Greifvögeln dabei zu sehe, wie sie erhaben durch die Lüfte schweben. Ebenso verhält es sich, wenn ich über Märkte schlendere und all die wundervollen Gerüche tief in mir aufnehme. Genau dies gilt natürlich auch dafür, wenn ich das Meer rieche und einfach nur in die unendliche Weite blicken kann.
So entstehen Paradiese, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Diese gilt es dann im Kopf zu verankern, womit wir uns dem Problem der gestohlenen Paradiese annähern.
01 OTUnabhängig von Demenz und Alzheimer, wo ich an dieser Stelle noch gar nicht von sprechen mag, ist da auch noch ein kleinerer Dieb, der uns diese Erinnerungen, diese Teile vom Paradies, stiehlt und genau diesen Dieb gilt es aufzuhalten. Dies wird nun kein Beitrag über Gedächtnistraining oder ähnliches, es geht vielmehr darum aufzuzeigen, warum es so wichtig ist, sich ständig neue Teile des Paradieses zu erarbeiten.
Man kann es auch anders formulieren und sagen, das Paradies ist so etwas, wie ein riesiger Tank, welcher allerdings ein kleines Leck hat, durch welches immer wieder Teile entweichen, deshalb muss er immer wieder aufgefüllt werden.

Vom Fressen, Ficken, dem Tatort und der besten Droge der Welt
Im Ausstellungstext zu meiner letzten Ausstellung ging es unter anderem darum, dass fressen, ficken und Tatort schauen nicht alles sein kann und dies spielt hier auch mit rein, denn am Ende des Tages geht es darum erfüllt zu leben.
Nun ist man, natürlich nicht durch Zufall, ständig bestens abgelenkt, kann sein Leben mit kleinen Filmchen und witzigen Sprüchen auf Facebook oder anderswo füllen. All dies hat aber kaum die Substanz, sich damit Teile für ein Paradies aufzubauen.
Des Weiteren gibt es noch den bereits angesprochenen großen Feind namens Illusion, welcher gerne dafür sorgt, dass man meint, der Tank wäre richtig schön voll und mit der 02 NeuRoseErkenntnis der Illusion verliert man schlagartig einen Großteil des Paradieses.
Man sieht, wie wichtig es ist, zu leben, selbiges jeden Tag zu genießen und sein Paradies so groß und bunt, wie nur irgendwie möglich werden zu lassen. Deshalb vertrete ich auch die Meinung, dass es keine bessere Droge, als das wahre, pure Leben gibt und was dies bietet, kann bei ausreichender Dosierung selbst von dem bösen Dieb, der hier beschrieben wurde, nicht mehr gestohlenen werden.
All dies benötigt natürlich auch Zeit, denn auch noch so kleine Augenblicke addieren sich irgendwann auf. Hier muss man dann für sich Prioritäten setzen und schauen, welchen Zielen im Leben man nachjagen mag und was die jeweiligen Konsequenzen sind. Was allerdings nicht gelten kann, ist es, sich munter lustig der Gier hinzugeben und irgendwann zu beklagen, warum das Paradies, welches irgendwann einmal da war, verschwunden ist.
Einen Teil meines Paradieses werde ich nun auf Leinwand auslagern und es damit auch für alle Besucher meiner nächsten Ausstellung zugänglich machen, die dann, wie bereits erwähnt, im Herbst im KunsTraum in der Traumruine zu sehen sein wird.

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