Das Nordkind und das gestohlene Paradies

Regelmäßige Leser wissen teilweise schon, wie es mit meiner ganz besonderen Beziehung zum Norden aussieht, trotzdem möchte ich noch einige Zeilen dazu verlieren, da es ein Teil der Basis meiner aktuellen Leinwandarbeiten ist, welche ich im Herbst präsentieren werde.
Eigentlich sollte es in meinen Arbeiten in diesem IllusionJahr um das Thema Metamorphose gehen und gewissermaßen bleibt es auch so, nur dass sich der Schwerpunkt etwas verschoben hat.
Laut aktuellem Planungsstand, und in der Kunst läuft sehr selten etwas nach Plan, werde ich für jedes Bundesland eine Arbeit erstellen und es geht dabei um Erinnerungen an Orte, an Begebenheiten und natürlich auch an Personen.
Es ist ein Prozess im Kontext zu meiner Vergangenheit, eine Reise in meine Vergangenheit, die mich zu dem gemacht hat, was ich bin.
Dies führt zwangsläufig zur Frage, wer ich eigentlich bin?
Eine weitere ganz zentrale Rolle bei dieser Werkreihe spielt aber auch ein Zitat, über welches ich zuletzt noch einmal gestolpert bin und was für mich in vielerlei Hinsicht Raum für Interpretationen bietet.

`Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.`
Johann Paul Friedrich Richter oder einfach Jean Paul (Deutscher Schriftsteller 1763-1825)

Auf der einen Seite stellt sich für mich die Frage, ob dieses wundervolle Zitat in der heutigen Zeit, rein medizinisch gesehen, von Demenz bis Alzheimer, überhaupt inhaltlich so noch korrekt ist.
Viel wichtiger ist auf der anderen Seite aber auch hier das Thema Erinnerung an sich. Es kommt bei mir die Frage auf, wie groß ist der Teil von Illusionen, wenn es um Erinnerungen geht.
Ich habe mich in letzter Zeit sehr viel mit meiner FFM MemoryVergangenheit beschäftigt und dies gilt für Orte, wie natürlich auch für Personen und es führte bislang vor allem erst einmal zu der Erkenntnis, dass manche Dinge ganz offensichtlich falsch, oftmals geschönt, gespeichert sind.
So frage ich mich, ob das Paradies der Erinnerung nicht Teil einer großen Illusion ist, womit man gleich beim nächsten Schwerpunkt angelangt wäre.
Sehr vieles im Leben, und damit natürlich auch in meinem eigenen, zeigt sich, in mehr oder weniger kurzer Zeit, als schlichte Illusion. Diese waren im Moment des Geschehens aber so real, dass man sie von der Wirklichkeit erst im Nachhinein unterscheiden konnte.
Auch diese Erkenntnis führt zu Fragen, die natürlich zum Teil auch existenziell sein können, womit die Wichtigkeit dieser Werkreihe für meine Person geklärt wäre.
Ideen sind ausreichend vorhanden, der Grundstein wurde in dieser Woche gelegt und nun schaue ich, was all dies mit meinen Arbeiten und natürlich auch mit mir macht.
Meine Leser werden natürlich auch weiterhin bis zur Ausstellung immer wieder Informationen erhalten, was passiert und wo es sich hin entwickelt.

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3 Gedanken zu “Das Nordkind und das gestohlene Paradies

  1. Die Illusionen… sie sind Teil unseres Schaffens. Ohne die Illusionen werden wir wahrscheinlich sogar nicht in der Lage sein, manches zu erreichen.
    Es ist gut, bei Unternehmen einer Reise in die eigene Vergangenheit, dass man sich dabei auch an die Illusionen erinnert und dabei fest stellt, dass ausgerechnet diese kleine, damals vielleicht ein wenig benebelte Ideen zu einem großen Erfolg führten…

  2. Pingback: Art for Europe » Der Zauberer des Moments wurde 80

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